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Unter Insolvenz versteht man die Zahlungsunfähigkeit einer Privatperson oder einer Firma. Geregelt ist der Umgang in der Insolvenzverordnung. Ziel ist es, sowohl Schuldner als auch alle Gläubiger zufriedenzustellen. Der Schuldner möchte von den noch ausstehenden Verbindlichkeiten befreit werden, um neu zu beginnen.

Neues Insolvenzrecht bringt Erleichterung

Eine Insolvenz ist ein Verfahren, das viele Jahre dauern kann. Im Jahr 2012 wurde das Privatinsolvenzrecht reformiert. Für den Schuldner werden bessere Rahmenbedingungen geschaffen, um in kürzerer Zeit schuldenfrei zu sein. Zusammen mit einer Schuldnerberatung wird ein Plan erarbeitet, um eine Restschuldbefreiung nach 3 oder 5 Jahren zu erreichen. Der Schuldner muss sich ernsthaft um die Tilgung der Schuld bemühen.

Restschuldbefreiung

Laut Gesetz ist eine Restschuldbefreiung schon früher möglich, bisher waren es 6 Jahre nach dem Beginn des Insolvenzverfahrens. Um in den Genuss der Restschuldbefreiung zu kommen, muss der Schuldner gewisse Voraussetzungen erfüllen. Eine Fristverkürzung auf 3 Jahre kann dann gewährt werden, wenn der Schuldner 35% aller Schulden, inklusive der Verfahrenskosten tilgen kann.

Schafft es der Schuldner, innerhalb von 5 Jahren mindestens die Verfahrenskosten zurückzuzahlen, kann er danach eine Restschuldbefreiung gewährt bekommen. Die Kosten eines Verfahrens belaufen sich auf etwa 1.500 bis 3.000 Euro. Eine sofortige Restschuldbefreiung ist dann möglich, wenn sowohl Schulden als auch Verfahrenskosten bezahlt worden sind.

Erleichterung für Schuldner

Die Neuerung bringt eine enorme Erleichterung für Schuldner. Bislang mussten sie 6 Jahre lang eisern sparen, um die Schulden zurückzuzahlen. Diese 6 Jahre werden als Wohlverhaltensphase bezeichnet. Er musste in dieser Zeit mit dem Notwendigsten auskommen, das war eine zusätzliche Belastung. Mit der Gesetzesänderung kann er im besten Fall schon nach 3 Jahren schuldenfrei sein und einen Neustart beginnen. Ebenfalls geändert wurde die Frist für einen neuen Antrag, wenn die erste Restschuldbefreiung gescheitert ist. Diese Frist betrug vor 2014 noch 10 Jahre, mit der Novelle sind es 5 Jahre.

Ausnahmen der Restschuldbefreiung

Bezüglich der Restschuldbefreiung gibt es neuerdings 2 Ausnahmen. Der Schuldner wird dann nicht befreit, wenn er eine Steuerstraftat begangen hat und dementsprechend verurteilt wurde. Ebenfalls wird er von der Restschuld nicht befreit, wenn er mit der Zahlung von Unterhalt im Rückstand ist.

Das Verbraucher-Insolvenzverfahren

Neu ist auch das Verbraucher-Insolvenzverfahren. Zusammen mit dem Verbraucher wird ein individueller Plan erarbeitet. Dabei wird auf den Einzelfall Rücksicht genommen. Es wird ermittelt, wie hoch der Betrag der Entschuldung sein kann. Dieser Plan kann von den gesetzlichen Regeln abweichen, jedoch können Gericht und Gläubiger zustimmen.

Die Schuldnerberatung unterstützt

Wer in die Privatinsolvenz muss, wird einen Schuldnerberater aufsuchen. Dieser wird einen Insolvenzplan aufstellen. Dabei werden die Schulden und das Einkommen des Schuldners ermittelt. Von dem Einkommen werden die Ausgaben abgezogen. Der Betrag, der übrig bleibt, steht für die Tilgung der Schulden bereit.